Angaben aus der Verlagsmeldung

Formen des Vergessens / von Aleida Assmann


Vergessen als Filter, als Waffe und als Voraussetzung für die Schaffung des Neuen.

Angesichts der gegenwärtigen Dominanz der Auseinandersetzung mit Erinnerung haben wir das Vergessen anscheinend vergessen. Tatsächlich ist aber nicht das Erinnern, sondern das Vergessen der Grundmodus menschlichen und gesellschaftlichen Lebens. Erinnern bedeutet in aller Regel eine Ausnahme und Anstrengung, eine Auflehnung gegen die Zeit und den Lauf der Dinge. Wie im Körper eines Organismus die Zellen, so werden in der Gesellschaft Objekte, Ideen und Individuen periodisch ausgetauscht. Vergessen geschieht lautlos und unspektakulär. Erinnern ist demgegenüber die unwahrscheinliche Ausnahme, die auf bestimmten Voraussetzungen beruht. Erinnern und Vergessen sind aber keine trennscharfen Begriffe: Um etwas zu erinnern, muss individuell und kollektiv vieles vergessen werden.
Aleida Assmann untersucht kollektive Formen des Vergessens in sozialen, politischen und kulturellen Kontexten - bis hin zu der Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Vergessens im Internet.