Angaben aus der Verlagsmeldung

Matisse / von Volkmar Essers


Farbige Fanfaren

Das Werk von Henri Matisse ist Musik fürs Auge: klar, wahr, wunderbar

Für Henri Matisse (1869-1954) war Farbe kein Mittel, um subjektive Gefühle auszudrücken, sondern gleichbedeutend mit Licht: Sie fungierte als Mittel zur Schöpfung eines autonomen Bildraums. In diesem Sinne ist sein Stil durchaus abstrakt: "Sind alle Beziehungen unter den Tönen einmal gefunden", schrieb er, "so muss daraus ein lebhafter Farbzusammenklang entstehen, ähnlich der Harmonie einer musikalischen Komposition."

Als einer der Mitbegründer des Fauvismus war Matisse unablässig auf der Suche nach der expressiven Kraft reiner, leuchtender Farben und einfacher Formen. Realistische Darstellung der Natur war für ihn bloß zweitrangig. Dabei blieb sein Erfindungsreichtum nicht auf die flache Leinwand beschränkt: Er entwarf Glasfenster und Bühnenbilder und schuf bedeutende Skulpturen aus Bronze, Keramik und Ton. Noch im hohen Alter schuf Matisse, im Rollstuhl sitzend, mit Schere und Klebstoff seine womöglich genialsten Werke – die berühmten Cutouts aus gouachiertem Papier. Voilà, ein Jahrhundertkünstler.