Angaben aus der Verlagsmeldung

Stadtgeschichte des Baltikums oder baltische Stadtgeschichte? : Annäherungen an ein neues Forschungsfeld zur baltischen Geschichte


Stadtgeschichte zum Baltikum ist immer noch ein Desiderat historischer Forschung, auch hat sich im Baltikum bislang noch keine eigene historische Teildisziplin herausgebildet. Der Band, der Beiträge der Ersten Tagung zur Baltischen Stadtgeschichte vom Oktober 2012 umfasst, ist daher eine bislang ausstehende Bestandsaufnahme aktueller Forschungen zur Stadtgeschichte im und zum Baltikum und umfasst außerdem Überblicke zur Geschichte der jeweiligen Stadtgeschichtsforschung. Die Beiträge verdeutlichen insgesamt wird das breite Spektrum an möglichen weiteren Fragestellungen. Damit soll der Band zeigen, dass die baltischen Städte trotz oder besser gerade wegen ihrer Lage an der russländischen Peripherie, wegen ihres – vielleicht mit der Ausnahme Rigas - wenig ausgeprägten Charakters als „Metropolen“ und nicht zuletzt wegen ihrer besonderen Entwicklung unter maritim-europäischen Einflüssen ein besonderes „Versuchsfeld“ und damit „Untersuchungsfeld“ von Stadtentwicklung darstellen. Daher versteht sich der Band als Impuls, über die Analyse von Spezifika baltischer Städte, die Stadt- und Urbanitätsgeschichte zu befruchten und eine vertiefende und vergleichenden Perspektive weiterzuentwickeln, weil die Städte des Baltikums zum Verständnis einer vielfältigen europäischen Stadtentwicklung in all ihren Vernetzungen und Bezügen beitragen können, die nicht nur Metropolen im westlichen Europa berücksichtigt. Auf diese Weise nähert sich der Band auch der Frage an, ob es sich bei der baltischen Stadt um eine Sonderentwicklung handelt, ob es die baltische Stadt als eigenen Subtypus der europäischen Stadt gibt, oder ob sie letztlich nur eine Facette der ostmitteleuropäischen Stadt darstellt.