Angaben aus der Verlagsmeldung

Patientenwürde im Maßregelvollzug – wie lässt sie sich (wieder) herstellen?


Die Begehung einer schweren Straftat gegen einen Mitmenschen verletzt diesen in seiner Freiheit und damit in seiner Würde. Zugleich stellt die Tat aber auch die Würde des Täters in Frage – nicht „offiziell“, denn die Menschenwürde bleibt ihm als verfassungsrechtlich garantierter Anspruch erhalten, wohl aber faktisch: aus dem Blickwinkel des Opfers, der Gemeinschaft, auch des Täters auf sich selbst. Therapie und Rehabilitation bzw. Resozialisierung von Straftätern bedeuten deshalb immer auch ein Bemühen um die Wiederherstellung dieser Würde. Der Maßregelvollzug als dafür zuständige Institution tut sich schwer, dieser Aufgabe gerecht zu werden, obliegen ihm doch zugleich Maßnahmen, die mit der Aufrechterhaltung der Patientenwürde kaum vereinbar scheinen, von der Begutachtung und Erstellung einer Legalprognose über den Freiheitsentzug und die hierzu angewandten Mittel der Sicherung bis zur unbefristeten Unterbringungsdauer und einer Behandlung, deren Auftraggeber zunächst einmal nicht der Patient ist, sondern der Staat. Welche Wege zur Vermittlung dieser Zumutungen mit dem Anspruch der Würde beschritten werden, davon handelt das vorliegende Buch.