Angaben aus der Verlagsmeldung

Kontroverse & Kompromiss : Der Pfeilerbilderzyklus des Mariendoms und die Kultur der Bikonfessionalität im Erfurt des 16. Jahrhunderts


<b><a href="http://verlag.sandstein.de/reader/98-176_KontroverseKompromiss" target="_blank">Blick ins Buch >> http://verlag.sandstein.de/reader/998-176_KontroverseKompromiss </a></b><br><br>Die acht konvexen Pfeilerbilder im Erfurter Mariendom sind als einheitlicher Zyklus von Epitaphgemälden auf gekrümmtem Holz deutschlandweit einzigartig. Entstanden etwa zwischen 1505 und 1570 – also in den Jahren zwischen Luthers Studienzeit in Erfurt und der Ankunft der Jesuiten in der Stadt – sind sie das bedeutendste Ensemble von Tafelgemälden des 16. Jahrhunderts, das sich in Erfurt erhalten hat. Mit der Himmelfahrt Mariens oder der Gregorsmesse zeigen sie überwiegend Themen, die nicht erst heute als dezidiert katholisch angesehen werden. Die Pfeilerbilder sind damit ein Zeugnis für die theologischen Kontroversen der Lutherzeit. Die Beschäftigung mit ihnen zeigt die künstlerischen Konsequenzen auf, die sich aus Erfurts Rolle als erster deutscher Stadt mit einem geregelten Zusammenleben zweier Konfessionen ergeben.
Die Beiträge in diesem Buch untersuchen die Bilder in ihren theologischen, kulturgeschichtlichen und stilistischen Aspekten und vergleichen sie mit protestantischen Kunstaufträgen des 16. Jahrhunderts in Erfurt und Thüringen. Außerdem wird den in ihnen enthaltenen Spuren der Kunst Sachsens (Lucas Cranach), Frankens (Albrecht Dürer) und des Mittelrheins (Peter von Mainz) nachgegangen. Mit diesen drei Kunstregionen geraten auch die politisch-geografischen Bezüge Erfurts in den Blick.
Das reich illustrierte Buch, die umfangreichste Publikation zur Kunstgeschichte des frühneuzeitlichen Erfurts seit Jahrzehnten, enthält viele Werke, die der Forschung bislang wenig oder gar nicht bekannt waren. An dem Band haben zahlreiche renommierte Kunsthistoriker und Historiker mitgearbeitet.