Angaben aus der Verlagsmeldung

Seien wir realistisch : Neue Realismen und Dokumentarismen in Philosophie und Kunst


Dokumentarische Kunstpraktiken haben derzeit Hochkonjunktur, ob in Fotografie, Film, Theater, performativen Kunstexperimenten oder Literatur. Über einen »neuen Realismus« wird in der Philosophie ebenso wie in der künstlerischen Produktion diskutiert. Ein postkonstruktivistischer Realismus misstraut der Repräsentation, weiß um die Gemachtheit der Darstellung und will auf die Selbstreflexivität künstlerischer Praktiken nicht verzichten. Doch weder ist den gegenwärtigen Realismen das Begehren nach unmittelbarer Wirklichkeitserfahrung fremd, noch verzichten sie auf Wirklichkeitskritik und politische Intervention. Immer wieder geht es um die Herstellung einer Berührung mit Wirklichkeit und einer Wirklichkeit der Berührung, des Affekts – in der Einflechtung des ›Rohmaterials‹ ins Artefakt, der Restitution einer Erfahrung im Reenactment oder der Arbeit mit Zeugen und ›Experten des Alltags‹ in Film und Theater.

Mit Beiträgen von Claudia Bartel, Mateusz Borowski, Alexander García Düttmann, Maurizio Ferraris, Markus Gabriel, Christine Hanke/ Anne Quirynen, Iwona Kurz, Renate Lachmann, Tomasz Lysak, Magdalena Marszalek, Dieter Mersch, Michael Meyer, Sabine Nessel, Winfried Pauleit, Dorota Sajewska, Sylvia Sasse, Jörg Sternagel, Malgorzata Sugiera und einem Gespräch mit Milo Rau.