Angaben aus der Verlagsmeldung

Keine neue Gestapo : Das Bundesamt für Verfassungsschutz und die NS-Vergangenheit Goschler/Wala, Keine neue Gestapo / von Constantin Goschler


Als 1950 das Bundesamt für Verfassungsschutz gegründet wurde, erwarteten sowohl die Alliierten als auch die Öffentlichkeit vor allem eines von der neuen Behörde: dass sie ganz anders sein würde als die Gestapo, die ihren Schatten auf die junge Demokratie und ihre Wächter warf. Doch im Laufe seines Bestehens wurde ihm immer wieder vorgeworfen, von Altnazis durchsetzt und deshalb «auf dem rechten Auge blind» zu sein. Wie zutreffend ist dieses Urteil? Die Historiker Constantin Goschler und Michael Wala haben die ersten 25 Jahre des Bundesamtes erforscht und hatten dafür einen bislang einmaligen Zugang zu geheimen Akten. Wie wurde die neue Behörde aufgebaut? Was für Menschen haben während dieser Zeit für sie gearbeitet? Wie viele Belastete gab es, und welchen Einfluss hatten sie? Auch wenn die Frage nach personellen Kontinuitäten zentral ist, geht dieses Buch über das Zählen von Belasteten weit hinaus. Es beleuchtet die Handlungsspielräume des Verfassungsschutzes unter alliierter Kontrolle, seine Rolle im Kalten Krieg und die Hintergründe der zahlreichen Skandale. Und es geht um das Selbstverständnis der Behörde, das sich unter dem Eindruck der jeweils aktuellen Bedrohungsszenarien wandelte. So schreiben die Autoren zugleich eine Geschichte der politischen Kultur der Bundesrepublik von der Adenauerzeit bis in die sozialliberale
Ära im Spiegel der faszinierenden Welt der Geheimdienste.