Angaben aus der Verlagsmeldung

Gesichter : Ein Motiv zwischen Figur, Porträt und Maske / von Melitta Kliege


Das Motiv des Gesichts war in der Kunst als Träger subjektiver Inhalte nicht immer unumstritten. In der Geschichte der Kunst ist es zwar eng mit der traditionsreichen und angesehenen Gattung des Porträts verbunden, doch gerade im 20. Jahrhundert werden nicht nur abstrakte Strategien in der Bildniskunst gesucht. In den Kunstbegriffen der sechziger und siebziger Jahre wird die Darstellung der menschlichen Figur generell als zu anekdotisch oder narrativ tabuisiert und abgelehnt.
Der Katalog fragt nach Strategien und Wegen, auf welche Weise das Motiv des Gesichts ab den achtziger Jahren wieder verstärkt Eingang in die künstlerische Praxis finden kann. Heutzutage treten verschiedenste figürliche Motive und damit auch das Gesicht, unabhängig von seiner Porträtfunktion, wieder vielfältig in Erscheinung, sei es im Videobild, in der Fotografie, als Skulptur, als Zeichnung, in der Malerei oder in der Installation.