Angaben aus der Verlagsmeldung

Fremdgesteuertes Sein : Philosophie der Technik / von Roland Bothner


Bisherige Philosophie betrachtete Technik entweder als Metaphysik oder nur als Maschinenpark, als erweitertes Werkzeug. Seitdem Hochtechnologie im privaten Bereich mittels Computer und Internet Einzug hielt, ist die Frage nach dem Wesen der Technik erneut zu stellen. Es erweist sich, dass Technik nicht nur der Wissenschaft dient, indem sie Großanlagen für die Forschung bereitstellt, sondern Technik gehört auch in das Spannungsfeld von Wissenschaft, Gesellschaft und Ökonomie. Technik ist keine abgesonderte Sphäre neben Kultur und Wissenschaft, sie ist die Grundlage moderner Gesellschaft. Das menschliche Dasein ist technisch geworden. Was ist also Technik? Eine übergreifende, allumfassende Grundstruktur, die das gesellschaftliche Leben bestimmt.

Das Buch ist keine philosophische Geschichte der Industrialisierung, von Kohle und Gas, durch Dampfmaschine und Turbine vorangetrieben, der Naturwissenschaft, der Mathematik, der Wissenschaftstheorie, keine von der Mühle zum Transistor, vom Kraft- zum Energiebegriff. Wohl geht es auf deren Einsatzstellen zurück. Es begreift sie als Knotenpunkte, um die inneren Wechselwirkungen herauszuarbeiten. Daraus erstellt sich ein kategoriales Gesamtbild von Ökonomie, Wissenschaft, Gesellschaft und Technik. Das Gesamtbild fügt sich zu einem Begriff, dem funktionalen Abstraktionskontinuum.

Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil rekonstruiert die Fundamente bisheriger Technikphilosophie, der Ökonomie, der Wissenschaft und der Mathematik. Der zweite Teil entwickelt auf dieser Grundlage den technischen Funktionszusammenhang. Der dritte Teil thematisiert die Auswirkungen der Technik auf technikfremde Sphären wie auf den Staat, die Kultur, die Architektur und die Kunst, auf die Anthropologie, die Pädagogik und die Psychologie.