Angaben aus der Verlagsmeldung

Sofie Thorsen : Spielplastiken / von Mari Laanemets


Die Monografie von Sofie Thorsen rückt ein bislang kaum gewürdigtes künstlerisches Phänomen der österreichischen Nachkriegszeit in den Fokus – von Künstlern gestaltete Spielplastiken für Kinder, die in Wien im Rahmen eines groß angelegten »Kunst am bau«-Programms für den kommunalen Wohnbau initiiert wurden. Dieses zielte auf die Förderung und Popularisierung von Kunst im öffentlichen Raum, verbunden mit der Hoffnung auf eine »humanistischere« Ausrichtung des funktionalen Städtebaus. Die avancierte, abstrakte Formensprache der Spielplastiken brachte ein seltenes utopisches Moment in die triste Architektur des Wiederaufbaus ein. Dabei erwies sich der marginalisierte Bereich zwischen »Kunst im öffentlichen Raum« und »Design für Kinder« als ideales Experimentierfeld, um die avantgardistische Forderung einer Veränderung der Lebenspraxis durch Kunst einzulösen.
Die Publikation präsentiert die umfangreiche Spurensuche von sofie Thorsen, die mit historischen Recherchen seit 2010 die Typologie der Spielplastik als Ergebnis einer spezifischen Verschränkung von abstrakter Skulptur, Architektur und Städteplanung, Ästhetik und Gesellschaft sowie Kunst und Spiel analysiert. Größtenteils aus dem Stadtbild verschwunden, geht Thorsen dabei von fotografischem Archivmaterial aus, setzt dieses mit internationalen entwürfen von egon Møller Nielsen, aldo Van Eyck oder Isamu Noguchi in Beziehung und verarbeitet es zu Fotografien, Collagen, Papierskulpturen und Installationen.