Angaben aus der Verlagsmeldung

Jüdische Lebenswege in Jena : Erinnerungen, Fragmente, Spuren


1379 gibt es den ersten sicheren Hinweis auf die Ansiedlung von Juden in Jena, es entstand eine der größten und reichsten jüdischen Gemeinden in Thüringen. Der letzte sichere Beleg für ihre Existenz datiert aus dem Jahre 1431. Danach fand jüdisches Leben in Jena nur im Marginalen statt. Ab 1785 war es Juden erlaubt, an der Jenaer Universität zu studieren, ansonsten galt ein strenges Handels- und Niederlassungsverbot, das erst mit der Revolution von 1848 aufgehoben wurde. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1933 spielten in Jena ansässige Juden eine wichtige, teilweise eine herausragende Rolle im Leben der Stadt. Diese Entwicklung, die allerdings nie frei war von einem allgegenwärtigen Antisemitismus, fand 1933 ein jähes Ende. Antisemitismus und Rassismus führten über Ausgrenzung, Diskriminierung und Entrechtung zur „Endlösung“ in den Vernichtungslagern, der auch viele Jenaer Juden zum Opfer fielen. Der vorliegende Band stellt in 148 biographischen Einzel- und Familienskizzen jüdische Wissenschaftler, Unternehmer, Gewerbetreibende, Künstler, Angehörige akademischer und anderer Berufe mit ihren Familienangehörigen aus 150 Jahren vor, deren Lebenswege über Jena führten.