Angaben aus der Verlagsmeldung

Velázquez / von Norbert Wolf


Das Gesicht Spaniens

Der unbestrittene Höhepunkt des Goldenen Zeitalters der spanischen Malerei

Das für seine Verbindung von Realismus und Atmosphäre und seine ungewöhnlich einfühlsame Erfassung der Porträtierten hoch gerühmte Werk des Diego Rodríguez de Silva y Velázquez (1599-1660) repräsentiert den unbestrittenen Höhepunkt des Goldenen Zeitalters der spanischen Malerei.

Velázquez, in Sevilla geboren, jedoch von portugiesischer Abstammung, wurde 1632 Hofmaler Philipp IV. Kontinuierlich arbeitete er an seinem Werk, das er vorwiegend in einer zurückhaltenden Farbigkeit hielt. 1628 begegnete er Rubens und reiste kurz darauf zum ersten Mal nach Italien. Die dort entstandenen Bilder deuten auf ein wachsendes Interesse an einer Erweiterung der Farbskala als auch an der Darstellung männlicher Akte.

Erst Ende der 1640er-Jahre machte sich Velázquez erneut nach Italien auf. Während dieses Aufenthalts malte er sein berühmtes Bildnis von Papst Innozenz X. und seinen einzigen weiblichen Akt, die "Rokeby Venus" ("Venus vor dem Spiegel"). Doch die wahre Größe dieses Künstlers liegt vielleicht in seinen einfühlsamen Studien von Figuren wie den Hofzwergen und -narren der königlichen Familie.

In seinen späten Jahren beschäftigten ihn zunehmend Motive wie die Beschaffenheit von menschlicher Haut oder von Lumpen, die Sterblichkeit oder auch das alternde Gesicht eines niedergeschlagenen Monarchen. Die Ausdruckskraft, das Einfühlsame und die maltechnische Brillanz dieser Bilder sollten später einen tiefgreifenden Einfluss auf Künstler wie Manet, Delacroix, Picasso und Bacon haben.