Angaben aus der Verlagsmeldung

Mikrogeschichte in St. Goar. Wer räumt hier eigentlich auf? : Die Folgen einer Umweltkatastrophe im Jahre 1784 / von Frank Deutschmann


Wir schreiben das Jahr 1784. Im Jahr zuvor hat sich in Island ein Vulkan pulverisiert; die aufgeklärt absolutistischen Herrscher im Deutschen Reich versuchen sich an Verwaltungsreformen und in St. Goar gibt sich die Verwaltung Anfang März alle Mühe, den zerstörten Leinpfad wieder herzustellen.

Was haben ein Naturereignis, allgemeine verwaltungstechnische Entwicklungstendenzen und umfassende administrative Koordinationsbestrebungen in einer kleinen Stadt am Mittelrhein miteinander zu tun? Scheinen diese historischen Phänomene auf den ersten Blick auch rein willkürlich gewählt und nur durch die Jahreszahl in Verbindung zu stehen, so liegt hier doch ein Beziehungsgeflecht vor, das den Handlungsrahmen für eine durchaus erzählenswerte Geschichte bildet. Die auf den ersten Blick noch verborgenen wirkungsmächtigen Zusammenhänge werden in der nun folgenden Geschichte enthüllt. Sie handelt von einer Häufung außergewöhnlicher Naturereignisse und Witterungsanomalien mit katastrophalen Folgen, von Bemühungen der Verwaltungsorgane, den Überblick zu behalten, sowie von einer Mischung aus verwaltungstechnischem Zuständigkeitswirrwarr und bürgerlichem Pragmatismus beim Beseitigen der katastrophalen Hochwasserschäden. Mit der Verknüpfung dieser Sachverhalte öffnen wir uns ein kleines Zeitfenster für eine kleine Geschichte aus dem umfangreichen historischen Geschehen der Stadt St. Goar am Mittelrhein am Vorabend der Französischen Revolution.