Angaben aus der Verlagsmeldung

Hans Vintler: Die Blumen der Tugend : Symposium nach 600 Jahren (Bozen, 28.-30. September 2011)


Hans Vintler stammt aus jener Familie, die seit 1385 im Besitz von Schloss Runkelstein bei Bozen war. Er selbst war Pfleger des Gerichtes Stein am Ritten und ab 1414 Herzog Friedrichs IV. Amtmann an der Etsch. Er starb kinderlos im Jahr 1419.

1411 vollendete Hans Vintler sein gereimtes Lehrbuch „Die Blumen der Tugend". Als Vorlage diente ihm dabei eine ältere italienische Quelle („Fiori di virtù"), die er übersetzte, veränderte und ergänzte. Im Zentrum der auf über 10.000 Verse erweiterten Dichtung steht die Auseinandersetzung mit den Tugenden und Lastern vor dem Hintergrund einer von großen Umbrüchen geprägten Zeit. Vintler selbst interpretierte das Werk als nützliche Unterhaltung und als sinnvollen Zeitvertreib, der eine Belehrung und Besserung des Lesers nach sich ziehen sollte.

Das Werk ist in einem Inkunabeldruck aus dem Jahr 1486 sowie in sieben Handschriften überliefert, die teils sehr und amüsante Illustrationen aufweisen: zwei Kodizes befinden sich in Wien, jeweils einer in Stockholm, Gotha und Melk; einen Textzeugen verwahrt die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck und eine besonders schöne Ausgabe besitzt das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.

Zwei Dutzend Autorinnen und Autoren befassen sich im vorliegenden Band, der zum Großteil auf den Ergebnissen des Bozner "Vintler-Symposiums nach 600 Jahren" beruht, mit den „Blumen der Tugend": mit Stoff und Motiven, literarischen Vorlagen, überlieferten Handschriften, historischem und soziokulturellem Kontext, Übersetzung, sprachgeschichtlichen Besonderheiten und dem biographischen Hintergrund des Autors. Die teils illustrierten Beiträge spiegeln – interdisziplinär angelegt und in einen länderübergreifenden Kontext gestellt – den neuesten Forschungsstand wider.