Angaben aus der Verlagsmeldung

brennzeiten : Die Keramikwerkstatt Wilfriede Maaß 1980–1989–1998. Ein Zentrum des künstlerischen Offgrounds in Ost-Berlin


Die in der Schönfließer Straße 21 in Prenzlauer Berg gelegene Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß war eines der bedeutendsten Zentren der künstlerischen und politischen Opposition in der untergehenden DDR.
Ihren Ruf erlangte die Adresse zunächst durch illegale Lesungen in der Wohnküche von Ekkehard und Wilfriede Maaß. Doch seit Beginn der 1980er Jahre und nicht zuletzt durch die Aktivitäten des Dichters und IM Sascha Anderson wurde zunehmend die Werkstatt der Keramikerin zum Treffpunkt nicht-angepasster Künstler und Autoren. Hier arbeiteten sie in wechselnden Konstellationen zusammen und schufen eindrucksvolle Kunstwerke. Dabei entstanden nicht nur die bis heute bekannten expressiv bemalten Vasen, Teeschalen, Krüge und keramischen Objekte, sondern auch viele Künstlerbücher, illegale Zeitschriften, Plakate, Gemälde, Plastiken und Fotos.
Wilfriede Maaß war das gleichermaßen ruhende wie aktive Zentrum dieser Kunst- und Literatenszene. Ihre Werkstatt war Ideenbörse, »Postamt«, Wärmestube und Ort der aufregendsten Be­gegnungen. Heute namhafte, damals zum Teil ausgegrenzte Künstler wie Cornelia Schleime, Ralf Kerbach, Helge Leiberg, Christine Schlegel, Angela Hampel, Hans Scheuerecker oder Sabine Hermann haben bei ihr Keramiken bemalt und so nicht nur finanziell überlebt: Durch selbstgeschaffene Strukturen innerhalb eines geschlossenen Systems haben sie auf ihre Weise den Infarkt der DDR mit herbeigeführt.
Das Buch begleitet eine unter der Schirmherrschaft von Gerhard Wolf stehende Ausstellung. Neben einer Dokumentation wichtiger Arbeiten von Wilfriede Maaß enthält es Texte von Kennern der Szene wie Christoph Tannert, Ekkehard Maaß, Uwe Warnke und Annett Gröschner.