Angaben aus der Verlagsmeldung

Die phantastische Gabe des Gegen-Gedächtnisses : Ethik und Ästhetik in Thomas Bernhards »Auslöschung« / von Thomas Meyer


Bislang gingen die meisten Interpreten davon aus, dass die »Auslöschung« das einzige tatsächlich realisierte Wahnsinnsprojekt eines bernhardschen Protagonisten ist, das tatsächlich realisiert wurde. Viele kritisierten diese »ungeheure Schrift«, in der alles ausgelöscht und zugleich an ein KZ-Opfer erinnert werden soll, als moralischen Fehltritt. Thomas Meyer zeigt: Die Memorialpolitik der »Auslöschung« fördert jedoch ganz anderes zutage: ein Gegen-Gedächtnis, ein anderes (Ge-)Denken, das die gutgläubige Ideologie der Erinnerungsimperative durchkreuzt. »Auslöschung« ist eine unmögliche Möglichkeit, ein phantastischer Traum(a)text, der seine Realisierung nur träumt und doch ein ethisches und literarisches Programm verfolgt.