Angaben aus der Verlagsmeldung

Kommunismus - Europa - Nation : Europapolitik und -vorstellungen der europäischen kommunistischen Parteien 1945-1989


Kommunismus – Europa – Nation. Europapolitik und -vorstellungen bei den europäischen kommunistischen Parteien (1945-1989)
Der vorliegende Sammelband füllt ein großes Desiderat der Kommunismusforschung: Er untersucht die Europabilder und -vorstellungen bei den europäischen KPs Europas, indem sowohl theoretische Konstrukte als auch praktische Formen der Zusammenarbeit unter diesen analysiert und vorgestellt werden.
Die Teilung des Kontinents in Hegemonialbereiche nach dem Zweiten Weltkrieg diente einerseits ideologischen, andererseits politisch-strategischen Zielen der Supermächte, welchen die kommunistischen Parteien Europas in primis Rechnung zu tragen hatten. Der Balanceakt zwischen der Respektierung des Moskauer Alleinvertretungsanspruchs und der Erschließung partieller Spielräume – insbesondere im internationalen Bereich – forderte bei diesen einen intellektuellen sowie pragmatischen Spagat ein. Vor dem Hintergrund besonders einschneidender Ereignisse, wie der Volksaufstände 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn oder des revolutionären Jahres 1968 mit der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ durch Truppen des Warschauer Paktes, changierte die Europapolitik der kommunistischen Parteien zusehends und somit auch ihre Europavorstellungen.
Welche Funktion soll die europäische Integration bzw. Zusammenarbeit spielen? Auf welchen sozialen und politischen Grundlagen soll das europäische Gesamtprojekt beruhen? Wie das Konstrukt Europa schließlich aussehen? Mit solchen Fragen beschäftigten sich die KPs bis zum Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus 1989/1991. Diesen Vorstellungen, Theoriediskussionen, Formen der transnationalen, europäischen Zusammenarbeit und Integration über die Grenzen des Eisernen Vorhangs hinweg geht der vorliegende Band nach, indem besonders wichtige Fallstudien aus West- und Osteuropa präsentiert und erörtert werden.