Die Autorin Gisela Elsner, geboren 1937, galt in den 1960er Jahren als aufstrebendes, hoffnungsvolles Talent. In den 1980er Jahren wurde sie in beispielloser Art an den Rand des Literaturbetriebs gedrängt und geriet bis zu ihrem Tod im Jahr 1992 zunehmend in Vergessenheit. Seit Anfang des neuen Jahrtausends werden ihre Werke wiederentdeckt, neu aufgelegt und geschätzt.
Insbesondere die jüngere Literaturwissenschaft nähert sich der Autorin ohne jene Vorbehalte und Vorurteile, die eine unbefangene
Lektüre in der Vergangenheit erschwerten. So gilt Gisela Elsner aus heutiger Sicht manchen als die vielleicht bedeutendste Satirikerin
der Bundesrepublik.
Der Band »Ikonisierung, Kritik, Wiederentdeckung« versammelt Beiträge, die 2012 im Rahmen eines gleichnamigen Symposions im
Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg entstanden sind. Sie nehmen das literarische und essayistische Werk Gisela Elsners aus literatur- und
kulturwissenschaftlicher Perspektive unter die Lupe. Zugleich werden Gisela Elsners Rolle im Literaturbetrieb ihrer Zeit sowie ihre
Wiederentdeckung in der Gegenwart in den Blick genommen.