Angaben aus der Verlagsmeldung

Dinge des Exils


Innerhalb der Exilforschung sind in den letzten Jahren neue kulturwissenschaftliche Fragestellungen in den Blick gerückt. Der Band dokumentiert, wie das Interesse an alltags- und lebensweltlichen Erfahrungen von Vertreibung, Flucht, Passage, Neubeginn und transkultureller Orientierung neue Perspektiven für die Erforschung des Exils eröffnet. Mit den "Dingen des Exils" stehen Gegenstände im Zentrum der Aufmerksamkeit, die Flüchtlinge mitnehmen konnten oder zurücklassen mussten, Gegenstände, in denen sich Erinnerungen an die verlorenen Heimaten, an das Herausgerissensein und Unterwegssein, aber auch an das Ankommen und an die Erfahrung differenter Bedeutungszuschreibungen in unterschiedlichen kulturellen Kontexten symbolisch
verdichten. Koffer und Pässe sind dafür nur die prominentesten Beispiele.
Indem das historische Exil 1933–1945 zunehmend Gegenstand von Musealisierung und Archivierung wird, gewinnen auch die Dinge
des Exils als Zeugnisse und Erinnerungsträger eine neue Aufmerksamkeit. Zugleich zeigt das für die Exilsituation charakteristische Fremdwerden der Dinge in besonderer Weise die Bedeutung materieller Kultur für Identitäts- und Alteritätsvorstellungen auf, die hier – im Horizont des "material turn" – interdisziplinär aus literaturwissenschaftlichen, historischen, kunst- bzw. musikwissenschaftlichen und archivwissenschaftlichen Perspektiven erkundet wird.