Angaben aus der Verlagsmeldung

Öldorado. Zur Geschichte des Erdöls im Weinviertel / von Gerhard Ruthammer


Unbeschreiblich war der Jubel zu Beginn der 1930er Jahre, als im Raum Zistersdorf der erste wirtschaftlich bedeutende Erdölfund in Österreich getätigt wurde. Er ließ auf Arbeit und Wohlstand hoffen. Bald, auch mit Mühen und Rückschlägen verbunden, wurden weitere Vorkommen entdeckt und entwickelt. Diese Zeit risikobereiter Pioniere wurde aber jäh durch die deutsche Besitzergreifung nach dem Einmarsch in Österreich im Jahr 1938 beendet und es setzte eine raubbaumäßige Ausbeutung der Lagerstätten ein, die auch unter der russischen Besetzung 1945 ihre Fortsetzung fand. In dem 1949 erbohrten größten zusammenhängenden Erdölfeld Mitteleuropas, dem Feld Matzen, wurde ähnlich verfahren: Ohne Rücksichtnahme wurden landwirtschaftliche Flächen zerstört und Gewässer verunreinigt. Andererseits aber fanden tausende Menschen Arbeit.
Wie einst der Legende nach ein riesiger Goldschatz in einem Bergsee der Anden versank und zum sagenhaften „Eldorado“ wurde, lagerte sich vor Jahrmillionen auf dem Grund der Meere im Wiener Becken organisches Material ab, aus dem das Erdöl entstand, durch das das Weinviertel zur Schatzkammer unseres schwarzen Goldes wurde – zum „Öldorado“.
Dieses Buch erzählt über die Entstehung des Erdöles und Erdgases, über die Suche nach deren Lagerstätten, sowie ihre Erschließung und Förderung und versucht vor allem aber die hinter dieser bewegten Geschichte stehenden Menschen und deren Umfeld durch Bilder und zeitgenössische Berichte und Texte einzufangen.
Seltene historische Bilddokumente der Weinviertler Erdölgemeinden (in alphabetischer Reihenfolge) Aderklaa, Alt-Lichtenwarth, Bernhardsthal, Gaiselberg, Gösting, Hausbrunn- St. Ulrich, Hohenruppersdorf, Matzen, Maustrenk, Neusiedl, Niedersulz, Rabensburg, Windisch- Baumgarten und Zistersdorf zeichnen dieses
Buch noch zusätzlich aus.