Angaben aus der Verlagsmeldung

Verhandlungssache Genozid : Zur Dynamik geschichtspolitischer Deutungskämpfe / von Yvonne Robel


Die Kategorie »Genozid« ist ohne Frage eine Verhandlungssache - rechtlich und geschichtspolitisch. Was bedeutet das für die öffentliche Aufmerksamkeit für Massengewalt und Genozid-Opfer?
Geschichtspolitisches Sprechen über Massengewalt ist von der juristischen, historischen und politischen Hypothek jener Terminologie geprägt. Das verdeutlichen die deutschen Auseinandersetzungen über die Massengewalt an Herero und Nama, Armeniern, Sinti und Roma, denen die Monographie aus kulturwissenschaftlicher Perspektive nachgeht. Ihr Nebeneinander entfaltet eine produktive Dynamik, die auch auf das Shoah-Gedenken rückwirkt. Vor allem die Konstruktion sogenannter Opfer- und Erinnerungskonkurrenzen, von Anerkennungsszenarien und Versöhnungsleistungen formt nicht immer widerspruchsfrei aktuell gültiges geschichtspolitisches Wissen.