Angaben aus der Verlagsmeldung

Fragmentierte Leben : Gedächtnis und Ästhetik in deutschen und spanischen Exilautobiographien / von Linda Maeding


Der Gattung Autobiographie kommt in der deutschen und spanischen Exilliteratur eine herausragende Stellung zu. Ihre Popularität ist jedoch an die Erfahrung einer Krise gebunden: Angesichts von Auflösung und Zusammenbruch wird die Erinnerung zu einem zentralen Gestaltungsprinzip fragmentierter Lebensgeschichten. Parallel zu dieser Aufwertung erfährt das autobiographische Gedächtnis aber auch eine Problematisierung, die sich in selbstreflexiven Schreibstrategien niederschlägt. Das Gedächtnis muss daher bei der Untersuchung dieses Textspektrums als formalästhetische Kategorie, als ethisches Moment und in seiner epistemologischen Dimension Berücksichtigung finden.
Die vorliegende Studie analysiert das Verhältnis von Gedächtnis und Poetik in Exilautobiographien beider Sprachen und bedient sich einer in der Forschung bisher fehlenden komparatistischen Herangehensweise, um Produktivität und Revision der Gattung im Exil herauszuarbeiten. Die Texte werfen grundlegende Fragen zur Darstellung diskontinuierlicher Lebensentwürfe und ästhetischer Erinnerungsstrategien auf und liefern damit einen eigenständigen Beitrag zur europäischen Autobiographik des 20. Jahrhunderts.