Angaben aus der Verlagsmeldung

Carl Goerdeler gegen die Verfolgung der Juden / von Peter Hoffmann


Carl Friedrich Goerdeler wurde am 2. Februar 1945 wegen seines Widerstands gegen die Nationalsozialisten gehängt. Als Oberbürgermeister von Leipzig (1930–1937) und Reichskommissar für die Preisbildung (1932, 1934–1935) beriet, kritisierte und beeinflusste er die Regierungspolitik. Goerdeler nutzte seine Position zu vielen Versuchen, das Regime zu einer Änderung der Judenpolitik zu bewegen. Von 1937 an war er Berater der Firma Robert Bosch und seit 1938/39 ziviler Führer und Kanzlerkandidat der Verschwörung gegen Hitler. 1941 formulierte er in einer Denkschrift Vorstellungen über eine Neuordnung der Stellung der Juden in der Welt. Einige Historiker nennen Goerdeler deshalb einen „dissimilatorischen Antisemiten“, der die deutschen Juden habe ausbürgern wollen.
Die Wahrheit ist anders, so der Historiker Peter Hoffmann. Auf der Grundlage neu ermittelter und analysierter Quellen zeigt er Goerdelers unablässiges Bemühen um den Schutz der Juden vor Verfolgung, Verlust ihrer deutschen Staatsangehörigkeit und Ermordung. Goerdeler drängte als einziger der Widerstandskämpfer jahrelang das Regime, die Verfolgung der Juden zu beenden.
Eine zentrale Persönlichkeit der bürgerlichen Opposition und der Umsturzbewegung gegen den Nationalsozialismus erfährt eine neue Bewertung und Würdigung. Der deutsche Widerstand erscheint in neuem Licht.