Angaben aus der Verlagsmeldung

Unser Leben : Soziale Bewegungen und Arbeitskämpfe im Ruhrgebiet 1960–1980


„Wat willste denn in de Toskana? Die Pizza Vesuv ist doch gleich um die Ecke.“ ,,Ruhrgebiet“, Heimat und über Jahrzehnte Schmelztiegel von Alteingesessenen und Zugewanderten (Polen, Italiener). Schon um 1900 und nach 1945 Auffangbecken von Flüchtlingen und Menschen aus wirtschaftlich nicht so industrialisierten Gebieten Deutschlands. Über fünf Millionen Einwohner auf einer Fläche von etwa 4.500 Quadratkilometern! Ein Ballungsraum von immer mehr zusammenwachsenden Großstädten. Eine eigene Identität der hier lebenden Menschen entwickelte sich erst langsam. Klaus Rose begleitete den Wandlungsprozess des Ruhrgebietes mit der Kamera. Von tausenden von Fotos wird hier eine aussagekräftige Auswahl vorgestellt, die es erleichtert, sich diesen Prozess bildhaft und anschaulich zu verdeutlichen. In verschiedene Kapitel gegliedert wird die Arbeit im Bergbau und in der Stahlindustrie gezeigt. Die sozialen Spannungen, die sich in Aktionen wie der „Rote Punkt“ oder spontanen Arbeitsniederlegungen äußerten, gehören zu diesem Prozess. Es wird klar, dass es hier auch immer um politische Auseinandersetzungen und Machtkämpfe geht. Bewusst wurde jedoch auch der Blick auf andere Bereiche gelenkt wie Leben im Alter, Krankenhäuser, Nahverkehr und Verkäuferinnen. Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens – jedoch nicht alles. So werden die Wandlungsprozesse ebenso bei Wohnen und Umwelt dokumentiert. Erinnert sich noch einer an die Forderung nach sauberer Luft im Revier, weil Kinder unter pseudo Krupp litten?