Angaben aus der Verlagsmeldung

Regierung und Gouvernance : Zur Geschichte der bestehenden Ordnung / von Otto Nigsch


Der neoliberale Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft setzt für viele Beobachter/-innen Ende der 1970-er bzw. Anfang der 1980-er Jahre ein. Es gibt jedoch gute Gründe, den Anfang dieser Entwicklung auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückzuverlegen, denn damals waren die Vereinigten Staaten von Amerika gezwungen, ihre inneren Wirtschaftsprobleme durch Expansion nach außen zu lösen. Nach dem Zeiten Weltkrieg forcierten die USA einerseits den Wiederaufbau und die Einigung der westeuropäischen Länder und ließen sich andererseits auf einen riskanten Kalten Krieg mit der Sowjetunion ein. Nach dessen Ende war der Weg frei, dem Rest der Welt das ökonomische und kulturelle Modell der Vereinigten Staaten aufzuzwingen. Regierung und Gouvernance beschäftigt sich mit der Etablierung der amerikanischen Hegemonie, die zu einer Beschränkung der Autonomie subalterner Staaten führt. Deren Regierungen können nur noch innerhalb von Grenzen agieren, die von außen vorgegeben sind. Für diese schwer erkennbaren Vorgaben von außen steht der vage Ausdruck Gouvernance, der ebenso wie das Etikett Globalisierung mehr verbirgt als der Wahrnehmung zugänglich macht. Der Untertitel Zur Geschichte der bestehenden Ordnung ist als Hinweis auf die Ambivalenz historischer Darstellungen zu lesen. Die Machthaber sorgen für Darstellungen, die der Absicherung ihrer Positionen und der Legitimierung ihrer Aktionen dienen. Belegbare Korrekturen an offiziellen Geschichtsmythen sind daher als Instrumente der Selbstbehauptung der Machtlosen anzusehen.