Angaben aus der Verlagsmeldung

Leben auf der Straße Scheitern oder aktive Bewältigung? Eine geschlechtersensible Analyse von Ursachen, Bewältigungsstrategien und Belastungen wohnungsloser Jugendlicher und junger Erwachsener / von Erik Theuerkauf


Sie leben mitten unter uns und sind trotzdem eine marginalisierte Gruppe: »Straßenjugendliche«. Ihr Lebensmittelpunkt ist die Straße, was bedeutet, in einer existenziellen Notlage zu sein. Alltägliches wie Schlafen, Hygiene oder Essen ist schwer erreichbar. Sie erfahren Stigmatisierung, Diskriminierung und einen Mangel an sozialen Ressourcen. Dennoch entscheiden sich Jugendliche für dieses Leben, da es erträglicher scheint als ihr bisheriges Leben.
Das Werk bearbeitet die Fragen nach Differenzen der Geschlechter von »Straßenjugendlichen«, wobei verschiedene geschlechterabhängige Ursachen für die Wohnungslosigkeit, Bewältigungsmuster und Belastungen untersucht werden. Ferner wird ein lebensweltorientierter Handlungsansatz, Streetwork, vorgestellt, Kritik am Hilfesystem geübt sowie Herausforderungen für die Soziale Arbeit und Politik herausgearbeitet.
Das Resultat dieser Arbeit zeigt, dass es nicht möglich ist, den Lebensort Straße geschlechtsneutral zu generalisieren, da »Straßenjugendliche«, also Mädchen wie Jungen, ihre prekäre Lebenslage in vielen Situationen unterschiedlich erleben und bewältigen. Des Weiteren werden sie von der Öffentlichkeit und der Jugendhilfe unterschiedlich wahrgenommen. Infolgedessen sollte nicht geschlechtsneutral an die Problematik herangegangen werden, da es den geschlechtsneutralen klassischen »Straßenjugendlichen« eben nicht gibt und es spätestens seit Inkrafttreten des KJHG für alle Handlungsfelder der Jugendhilfe verpflichtend ist, die geschlechtsspezifische Prägung von Lebenslagen zu berücksichtigen und Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts entgegenzuwirken.
Es bedarf einer praxisnahen und geschlechtersensiblen Analyse dieser Thematik, wodurch neue Handlungsansätze und Strukturen entwickelt werden können, die den Jugendlichen einen Ausstieg aus der Straßenszene oder eine Verbesserung ihrer prekären Lebenslage ermöglichen.