Angaben aus der Verlagsmeldung

Anorganische Binder : zur Form und Kernherstellung in der Gießerei / von Hartmut Polzin


Neben den Tonmineralen, die bereits seit Jahrzehnten als Binder für die Verdichtungsformverfahren eingesetzt werden, haben auch anorganische, chemisch härtende Bindersysteme eine lange Tradition in der Gießerei. Seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wird beispielsweise Zement zur Form- und
Kernherstellung genutzt. In den 50er Jahren revolutionierte dann dasWasserglas-CO2-Verfahren die Kernfertigung. Ebenfalls seit den 50er Jahren schrittweise entwickelt und in die Praxis eingeführt, verdrängten die organischen Bindersysteme etwa ab den 70er und 80er Jahren die klassischen
anorganischen Systeme zunehmend. Gestiegenes Umweltbewusstsein einerseits und gesetzgeberischer Druck auf die Gießereiindustrie andererseits führten etwa ab der Jahrtausendwende zu einem verstärkten Interesse an anorganischen, chemisch härtenden Bindersystemen. Über den gegenwärtigen Stand der Anwendung sowie das erreichbare Eigenschaftsniveau gibt es verschiedentlich irreführende oder gar widersprüchliche Informationen. Im vorliegenden Buch soll daher der Versuch unternommen werden, diesen Bereich möglichst vollständig darzustellen. Es soll daher einerseits Antworten auf die Frage geben, was anorganische Bindersysteme zum gegenwärtigen Zeitpunkt leisten können. Andererseits werden offene Fragen aufgezeigt, die es zu lösen gilt, wenn diese Technologien in den nächsten Jahren mehr und mehr
Verfahrensanteile in der Form- und Kernherstellung erobern sollen.