Angaben aus der Verlagsmeldung

Das totale Museum : Über Kulturklitterung als Herrschaftsform / von Christian Welzbacher


Das Museum ist eine bürgerliche Repräsentationsform. Sie entstand zeitgleich mit dem modernen Kapitalismus und hat vieles mit diesem gemein. Das Museum ist ein Machtinstrument, das der Gesellschaft Gegenstände des Kultus, der Verständigung, der sinnlich-individuellen Selbstvergewisserung entreißt, indem es diese Gegenstände in Objekte verwandelt und in ein eigenmächtiges Deutungssystem einordnet. Es ist auch ein Konzept der Macht, eine Maschinerie zur Umverteilung von Wissen. Längst ist die Wirkungsmacht dieses Konzepts nicht mehr auf Teilbereiche unseres Daseins beschränkt. Allmählich wird die Welt zu einem totalen Museum, dessen Deutung und Bedeutung uns von Experten vorgegeben wird. Aber wer sind in diesem Museum, das unser Leben ist, die Kuratoren – und wer ist ihr Auftraggeber?