Angaben aus der Verlagsmeldung

Ein Weltbürger und seine Wahlheimat : G. W. Leibniz in Hannover / von Wenchao Li


»Alles was mich körperlich und geistig beengt«, schreibt Gottfried Wilhelm Leibniz 1696 nach London, »kommt daher, daß ich nicht in einer großen Stadt wie Paris und London lebe […]«. Schon bald nach seiner Ankunft in Hannover, wohin er nach mehreren Stationen im Dezember 1676 gelangt war, plante Leibniz, die Stadt an der Leine wieder zu verlassen, um nach Wien, Berlin, Paris oder gar Ungarn zu gehen. Dennoch hat er diese Ideen nie umgesetzt – bis zu seinem Tod 1716 wird er mit Unterbrechungen 40 Jahre lang an der Leine leben und wirken. Von hier aus wird er die gebildete Welt Europas bis nach China anregen und nach Kräften vorwärts schieben. Von Hannover aus wird er mit mehr 1000 Personen weltweit aus 16 Ländern ca. 15300 Briefe wechseln, insgesamt etwa 200 000 Blatt in Latein, Französisch, Deutsch, Englisch teilweise bis zur Unkenntlichkeit vollschreiben.
Der vorliegende Band »Ein Weltbürger und seine Wahlheimat – G. W. Leibniz in Hannover« untersucht diese besondere Verbindung, die zwischen Leibniz und der Leinestadt, die mit ihrem Hof und ihrem aufgeklärten Fürsten mit Sinn für Kunst, Bildung und Wissenschaft zur Bühne für Leibniz’ Schaffen werden sollte, bestand.

Wenchao Li, geboren 1957 in Shaanxi (China), ist seit 2007 Leiter der Leibniz-Editionsstelle Potsdam der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2010 ist er Inhaber der Leibniz-Stiftungsprofessur der Leibniz Universität Hannover und der Landeshauptstadt Hannover.