Angaben aus der Verlagsmeldung

Der "Fremde" in der europäischen Karikatur : Eine religionswissenschaftliche Studie über das Spannungsfeld zwischen Belustigung, Beleidigung und Kritik / von Monika Glavac


Die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen im September 2005 in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten löste einen weltweiten Konflikt aus, der sich auf politischer und wirtschaftlicher, aber auch medialer, kultureller und sozialer Ebene ausdrückte. Der sogenannte Karikaturenstreit spielte sich vor allem in den ersten Monaten des Jahres 2006 ab und entfachte in europäischen Medien eine heftige Diskussion über Bilderverbot, Zensur, Verletzung religiöser Gefühle und Meinungsfreiheit. Monica Glavac nähert sich dieser Thematik, indem sie die Darstellungsform der Karikatur ins Zentrum rückt und der Frage nachgeht, wie Muslime und Elemente der islamischen Tradition in europäischen Karikaturen als »das Fremde« dargestellt werden.Glavac macht dabei einerseits eine Reise zurück in die Geschichte der Karikatur, zeigt auf, was Karikaturen charakterisiert, in welchem Umfeld sie entstanden und wie sie sich entwickelten. Andererseits untersucht sie, welche Merkmale die Darstellung von Muslimen und Elementen der islamischen Tradition in ausgewählten historischen Fallbeispielen kennzeichnen. Mit dieser Rückblende bettet sie die Mohammed-Karikaturen und den Karikaturenstreit in ein breites kulturelles und historisches Umfeld ein.Das Verhältnis zwischen Eigenem und Fremdem, das als roter Faden durch das Buch leitet, wird auf einer theoretischen Ebene als eine bewegliche Größe betrachtet: Fremdes kann vertraut, Eigenes fremd werden. Weitere theoretische Überlegungen erfolgen zum konfliktgeladenen Verhältnis zwischen Karikatur und Religion. Zur Untersuchung der historischen Fallbeispiele und der Mohammed-Karikaturen dienen bildwissenschaftliche und hermeneutische Zugänge zu Bildern als wichtige Grundlage. Glavac zeigt damit, wie man aus religionswissenschaftlicher Perspektive mit einem Phänomen wie dem Karikaturenstreit umgehen kann.