Angaben aus der Verlagsmeldung

Geschichte(n) für’s Volk : Der monumentale Bildzyklus der Albrechtsburg


Märchenhaft muten die großen Wandbilder in der Albrechtsburg an; sie sollen Geschichten erzählen. Geschichten vom heroischen Beginn eines starken Herrschergeschlechts, von schönen Frauen, Turnieren und Kämpfen sowie einer Entführung mit sagenhaftem Ausgang, eingebettet in eine Fülle von Ornamenten, hinter denen sogar die Architektur zurückzuweichen scheint – Kunde von vergangenen Tagen. Aber was bedeuten diese Bilder? Welche Ziele verfolgten die geistigen Väter des Bildprogramms, als sie das spätgotische Schloss mit einem Prachtgewand bekleiden ließen? Fragen wie diesen gehen wir nach und nehmen das nicht selten gering geschätzte Bildprogramm der Albrechtsburg erneut in den Fokus.
Monumentale Bildprogramme für Rathäuser, Schulen, Museumsbauten, Denkmalanlagen und Residenzen entstanden im 19. Jahrhundert deutschlandweit. Wegen der zahlreichen Verluste ist die Wirkmacht dieser Kunst für den öffentlichen Raum, ihr erzieherischer und propagandistischer Impetus kaum mehr nachvollziehbar. Die Ausmalung der Albrechtsburg ist ein beredtes Zeugnis der Manipulationskraft von Bildern und der künstlerischen Fähigkeiten ihrer Schöpfer im Dienst eines nationalen Geschichtsverständnisses.