Angaben aus der Verlagsmeldung

Höhe 107 : Stille und Freude / von Robert Stodola


Franz Josef hilft während des Anfluges auf Kreta, dem größten Luftlandeangriff im zweiten Weltkrieg, den jungen deutschen Soldaten Hans über seine Todesangst vor dem Krieg hinwegzukommen. Er borgt ihm sein geliebtes Buch mit dem Auftrag, ihm dieses nach dem Krieg verlässlich wieder nach Wien zurückzubringen. Doch Hans, der in Kreta unverhofft seine große Liebe findet und diese durch einen Mord vor einer Vergewaltigung beschützt, verdrängt traumatisiert alle Erinnerungen an den brutalen Mord, den Krieg und vergisst dadurch das Buch.
60 Jahre später sieht Hans, die schrecklichen, unterdrückten Erinnerungen haben mittlerweile zu einem Gehirntumor geführt, eine griechische Fernsehwerbung, die ihn so stark berührt, dass er Hals über Kopf beschließt, aus dem Pensionistenheim , in dem er auf den sicheren Tod wartet, nach Kreta zu flüchten.
Auf dieser letzten Reise findet er in seinem Rucksack plötzlich Franz Josefs Buch versteckt und die Erinnerungen stellen sich langsam wieder ein. Voll Schmerz wird ihm bewusst, was der Ursprung seiner jahrzehntelangen Kopfschmerzen war. Hans kapituliert, angesichts seines fortgeschrittenen Alters vor der Möglichkeit sein Versäumnis wieder gut zu machen und nimmt den Schmerz an. In diesem Moment beginnt seine Heilung und Zufälle unterstützen ihn in seinem Wunsch, seine schreckliche Tat verarbeiten zu können. Er lässt das kleine Büchlein, das er nun nicht mehr zu Franz Josef zurückbringen kann, auf einer Fähre liegen, wo es von Adrian, einem jungen Wiener, der auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens ist, zufällig gefunden wird.
Adrian findet Gefallen am Inhalt des Buches, eines Lehrbuches der Fotografie, und es kommt ihm bei seiner Suche nach Erfüllung die Idee für ein mutiges Vorhaben: er will in einem Bildband die Schönheit zweifelsfrei und für alle gleich definieren können.
Doch er verweigert vor dem Druck seiner eigenen Anforderungen an das Werk und macht die Entscheidung von einem Gottesurteil abhängig: wenn er beim Blick auf das Meer Delfine sieht wird er die Herausforderung annehmen. Daraufhin sieht er tatsächlich das erste Mal in seinem Leben Delfine.
Ängstlich, in dem schwierigen Vorhaben zu scheitern, reist Adrian mit Eleni, die sich auf sein Inserat für ein Fotomodel gemeldet hat, nun in die Berge um dort die passende Umgebung zu finden. Eleni ist eine junge Griechin, die für ihr Studium dringend Geld braucht, da sie mit ihrer Mutter, die sich für den Selbstmord ihres Vaters verantwortlich fühlt, gebrochen hat und von ihr keine Unterstützung annimmt.
Doch Eleni findet ohne Adrians Wissen das kleine Büchlein in einem unbemerkten Moment und steigert sich, da sie ein zweifelhaftes Foto darin sieht, in die Vorstellung, dass Adrian erotische Aufnahmen mit ihr machen will. Während des Aufstieges in die Berge spitzt sich die angespannte Lage zwischen ihnen immer mehr zu, bis Eleni ihm vorwirft, dass er sie nur aus niederer Gesinnung in die Berge lockt. Adrian erzählt Eleni nicht die ganze Wahrheit über sein Projekt, da es ihm peinlich ist, ihr zu erklären, dass Delfine für ihn entschieden hatten.
Die Situation eskaliert und die Stimmung zwischen ihnen verfinstert sich zunehmend, doch als sie vor einem plötzlich herannahenden Schneesturm in eine Hütte flüchten müssen und in dieser eingeschneit werden, lernen sie sich besser kennen. Eleni berichtet weinend von ihrer Grausamkeit gegen die eigene Mutter und von der unerfüllten Liebe ihrer Mutter zu einem deutschen Soldaten, der der Grund für Vaters Freitod war.
Dieser Soldat war Hans, der ihre Mutter durch den Mord geschützt hatte.
Als schließlich ein SMS mitteilt, dass Adrians Großvater im Sterben liegt, will dieser sofort die Hütte verlassen, da ihm plötzlich bewusst wird, dass er sich von seinem Großvater, um dessen Liebe er immer gebuhlt hat, verabschieden muss.
Doch der Hüttenwirt hält ihn auf, da der Abstieg zu gefährlich ist und Adrian kollabiert seelisch. Unter diesem seelischen Druck öffnen sich Eleni und Adrian voll mitfühlendem Verständnis für einander und verlieben sich schlussendlich.
Kurz vor Adrians Abreise am nächsten Morgen entdeckt Eleni in dem Buch einen spiegelverkehrten Abdruck eines Notizzettels mit der Adresse des Besitzers: Es ist Franz Josef, Adrians im Sterben liegender Großvater.
Adrian überreicht seinem Großvater im Spital das Buch und löst so indirekt das Versprechen Hans´ ein, wodurch Großvater Ruhe findet und zufrieden sterben kann.
Durch Zufall trifft Eleni, die Adrian in Wien suchen will, diesen am Flughafen, der gerade dabei ist, nach Kreta zu fliegen um sie dort zu suchen.
Glücklich sich unerwartet wieder gefunden zu haben lassen sie die Form der gemeinsamen Zukunft offen.