Angaben aus der Verlagsmeldung

Individualität


Merkwürdigerweise ist in dieser weit verbreiteten Klage über die zerstörerischen Kräfte des für westliche Gesellschaften so typischen Individualismus von der Individualität so gut wie gar nicht die Rede. Der vorliegende Band richtet die Aufmerksamkeit auf den Begriff der Individualität als einer Leitkategorie humaner Selbstdeutung. Er zeigt diebis in die Antike reichenden philosophischen und religiös-weltanschaulichen Wurzeln des Individualitätsdenkens auf. An einigen exemplarischen Entwürfen neuzeitlicher Philosophie wird sodann nach den Konstitutionsbedingungen eben dieser Individualität gefragt. Wie kommt es, dass Individuen ihrer Einzigartigkeit ansichtig werden, sich aber genau damit als exemplarischen Fall des Allgemeinen begreifen und die Bereitschaft entwickeln, sich mit ihren individuellen Gaben und Fähigkeitenzur Mehrung des Reichtums der Menschheit beizutragen?
Die religiösen Implikationen und ethischen Motive, die mit dem Selbstkonzept der Individualität einhergehen, sind offensichtlich.

Und schließlich: wie kann auf der Basis eines ethisch-religiös begründeten Konzepts von Individualität Stellung bezogen werden in denaktuellen Auseinandersetzungen um die Chancen und die Fehlentwicklungen moderner Individualitätskultur?