Angaben aus der Verlagsmeldung

Umstrittene Säkularisierung : Soziologische und historische Analysen zur Differenzierung von Religion und Politik<br>


Die Säkularisierungsthese geht davon aus, dass Modernisierung in ihren unterschiedlichen Facetten zu einem Bedeutungsverlust von Religion und Kirche in der Gegenwart führt. Diese These ist seit 15 Jahren zum Gegenstand kontroverser Diskurse geworden. Während einige Soziologen, Politikwissenschaftler und Historiker an ihren grundlegenden Aussagen festhalten, mehren sich die Stimmen, die die gewachsene massenmediale Sichtbarkeit und die zunehmende politische Relevanz von Religionen anführen, um den in der Säkularisierungsthese unterstellten Zusammenhang zwischen Modernisierung und Säkularisierung in Frage zu stellen. Dabei wird Kritik vor allem an der deterministischen Tendenz der Säkularisierungsthese geübt. Darüber hinaus werden aber auch einige ihrer grundlegenden theoretischen Voraussetzungen wie etwa die Theorie der funktionalen Differenzierung kritisiert: Geht die Differenzierung von Religion und Politik, von Religion und Wissenschaft, Religion und Recht tatsächlich zwangsläufig mit dem Bedeutungsrückgang von Religion in modernen Gesellschaften zusammen?
Der vorliegende Sammelband setzt grundlegende Aussagen der Säkularisierungstheorie der historischen Überprüfung aus. Soziologen und Historiker versuchen gemeinsam herauszufinden, inwieweit das für die letzten Jahrhunderte entworfene Bild einer zunehmenden Differenzierung von Religion und Politik der Revision bedarf.