Angaben aus der Verlagsmeldung

Die Glücksparade Widmann, Die Glücksparade / von Andreas Martin Widmann


«Alles, was zwischen dem letzten Frühjahr und dem Winter

geschah, hat mit dem Container zu tun, weil es damit

anfing, zumindest für meine Mutter und mich. Diese neun

Monate waren die letzten, die wir alle zusammen verbrachten,

und ich weiß nicht, ob ich irgendetwas daran ändern

würde, wenn ich könnte ... Das Seltsame ist, dass es mir vorkommt,

als sei es wirklich schon sehr lange her, sobald ich

anfange, davon zu erzählen.»

Simon ist fünfzehn, als er mit seinen Eltern auf den

Campingplatz zieht, wo sein Vater – ein Mann mit vielen

Plänen, die nie ganz aufgehen – als Platzwart zu arbeiten

beginnt. Er ist eine Art Glücksritter, bloß hat ihn seine

Suche mehr und mehr an den Rand der Gesellschaft

geführt. Und so finden sich Simon und seine Mutter

in einem Container wieder – inmitten von Dauercampern,

einfachen Leuten, die den sozialen Abstieg der

Familie beobachten und mehr oder weniger Anteil daran

nehmen.

Da ist zum Beispiel «Bubi» Scholz, ein gutherziger Alter,

der sich seinen Spitznamen von dem berühmten Boxer

geliehen hat. Oder Lisa, die hübsche Tochter der Hellers,

von der es heißt, sie solle eine eigene Fernsehshow bekommen,

die «Glücksparade». Zu Lisa fühlt Simon sich

hingezogen und unterstellt seinem Vater eine Affäre mit

ihr. Und tatsächlich verbindet die beiden ein Geheimnis,

aber eines anderer Art.

Andreas Martin Widmann erzählt vom Übergang zwischen

Kindsein und Erwachsenenalter in einem Coming-of-

Age-Roman, der seine amerikanischen Vorläufer genau

kennt und doch tief in der deutschen Provinz verwurzelt

ist. Ein eindrucksstarkes Debüt, das lange nachhallt.