Angaben aus der Verlagsmeldung

Landschaft und Gedächtnis : Bergen-Belsen, Esterwegen, Falstad, Majdanek


Das NS-Regime hat zunächst Deutschland und während des Krieges auch die besetzten Länder Europas mit einem Netz von Lagern überzogen. Mehrere Millionen Menschen sind in den Lagern der SS und der Wehrmacht ermordet worden oder durch Vernachlässigung umgekommen, Zehntausende haben auch die Lager und Gefängnisse der Polizei und der Justiz nicht überlebt. An manchen dieser Orte wurden direkt nach der Befreiung vom Nationalsozialismus Gedenkstätten geschaffen, zum Beispiel in Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele wurden über Jahrzehnte anderweitig genutzt. Die Landschaften der historischen Orte der NS-Verbrechen waren unterschiedlichen Entwicklungen ausgesetzt. In vielen Fällen war das Verschleiern der historischen Ereignisse so wie das Unsichtbarmachen der Lager ein Anliegen derselben Eliten, die während der Zeit des Nationalsozialismus das Lagersystem betrieben oder gefördert hatten.

Die in diesem Band enthaltenen Beiträge behandeln die Landschaften vier solcher Orte: die der Konzentrationslager Bergen-Belsen, Esterwegen und Majdanek sowie die des Gefangenenlagers Falstad in Norwegen. Es wird die historische Entwicklung dieser Landschaften seit 1945 dargestellt und erörtert. Damit sollen auch Erkenntnisse darüber vermittelt werden, wodurch Landschaftsarchitektur das Gedächtnis solcher Landschaften heute entschlüsseln kann, wie die noch vorhandenen Gedächtnisinhalte in ein intelligentes System der Anschauung integriert werden können und wie nicht zuletzt diese Landschaften zur Würdigung und zum Gedenken an die Opfer beitragen können.

During the Second World War, Nazi Germany and later as well the occupied countries of Europe were covered with a network of internment camps. Many millions of people were murdered in the camps run by the SS and the Wehrmacht or died through negligence, and many thousands more did not survive the camps and prisons of the police and the judiciary. Immediately following their liberation, at some of these sites memorials were created, for example at Auschwitz and Bergen-Belsen. Other sites were used for different purposes for decades. The landscapes of the historic sites of the Nazi crimes were exposed to various developments. In many cases, those same elites who had run the camps or supported the system during the National Socialist era wished to obliterate the historical events and render the camps ‘invisible’.

The essays in this volume deal with the landscapes of four such places: the concentration camps of Bergen-Belsen, Esterwegen and Majdanek, and the prison camp of Falstad in Norway. The historical development of these landscapes since 1945 is presented and discussed. This way they may convey insights into how landscape architecture can map the legacy of such landscapes, how the remaining memory can be integrated into an intelligent system of observation and perception, and, not least, how these landscapes can contribute to honouring and remembering the victims.