Angaben aus der Verlagsmeldung

Von der „Theerkuhle” zum Ölschacht - Gewinnung von Erdöl und Kalisalz in Niedersachsen : Tagungspublikation zum 31. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften 16. - 18. September 2011 in Wietze


„Klein-Texas in der Heide" wurde der niedersächsische Ort Wietze genannt, als vor knapp 100 Jahren die Erdölförderung ihren Höhepunkt erreichte. Die Gewinnung des Teers aus den Ölsanden bei Wietze ist jedoch schon seit etwa 300 Jahren belegt. Das Ölvorkommen in Hänigsen wurde bereits im Jahre 1546 schriftlich erwähnt. Es ist demnach eines der ältesten urkundlich nachgewiesenen Erdölvorkommen in Norddeutschland. Doch kein Öl ohne Salz: Die Ölvorkommen an den Flanken der Salzstöcke Wietze-Hambühren bzw. Hänigsen waren die Voraussetzung für das Aufblühen der Erdölindustrie im Gebiet. Während die Ölförderung seit langem eingestellt ist, wird das Salz noch gewonnen, beispielsweise im Kalibergwerk Sigmundshall.
Die Vortragsveranstaltung des 31. Treffens des AK Bergbaufolgen wird im Deutschen Erdölmuseum Wietze stattfinden. Zur Exkursion werden die Zeugen der im 19. und 20. Jahrhundert blühenden Erdölindustrie im Raum Wietze sowie die „Theerkuhlen" mit dem Freilichtmuseum in Hänigsen (Gemeinde Uetze) gezeigt. Den Abschluss bildet eine Befahrung der Tagesanlagen des in Flutung befindlichen Bergwerkes Niedersachsen-Riedel, dem mit 1525 m seinerzeit tiefsten Kalisalzschacht der Welt. Neben der Gewinnung von Salz wurden die Schachtanlagen in den Jahren 1938 bis 1945 auch als Lager der in der Nähe befindlichen Munitionsanstalt (MUNA) genutzt. Die Exkursion gibt damit einen Einblick in die Bergbau und Industriegeschichte der Region und zeigt neben den Bergbaufolgen auch die Chancen für eine zeitgemäße Präsentation der noch vorhandenen Objekte.
Möglich wird das vielfältige Programm von Vorträgen, Führungen und der Exkursion nach Hänigsen natürlich nur mit Hilfe zahlreicher Partner. Für die Unterstützung und wohlwollende Förderung der Veranstaltung danken wir dem Deutschen Erdölmuseum Wietze, dem Heimatbund Hänigsen, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover und der Firma K + S AG, Kassel. Weiterhin gilt unser Dank den zahlreichen Öl- und Salz-Kennern vor Ort.

Arbeitskreis Bergbaufolgen der DGG e. V.

Katrin Kleeberg
Jochen Rascher
Sybille Busch