Angaben aus der Verlagsmeldung

Fremdheit als Phänomen


Im Bewusstsein dessen, dass die Darstellung des Fremden kein mimetisches Abbild des Anderen zeigen kann und will, konzentriert sich der Sammelband auf die Konstruktionen und Projektionen von Fremdheit, die diesen Darstellungen zugrunde liegen. Besonderes Augenmerk richtet der Band dabei auf den Moment der Abgrenzung von dem als fremd wahrgenommenen Anderen. Diese Abgrenzung defi niert nicht zuletzt auch die eigene Identität ex negativo. Hinzu kommt, dass eine Beschreibung des Anderen vom Diskurs des Selben aus immer auch einen Macht- und Ausschließungsmechanismus beinhaltet. Dem Rechnung tragend scheint die gegenwärtige Literatur und Philosophie nach Möglichkeiten der Anerkennung der Andersheit des Anderen zu suchen. Phänomene der Fremdheit – Fremdheit als Phänomen widmet sich der Fremdheit in den unterschiedlichsten Dimensionen und leistet so einen wichtigen Beitrag für die Alteritätsforschung. Er bietet einen interdisziplinären und theoretisch fundierten Überblick über die verschiedenen Aspekte der Anerkennung von Fremdheit. Zudem zeigt er Inszenierungen und Präsentationsformen des Anderen und deren Bedeutung für die Konstitution von Identitäten auf. Zur Sprache kommen der Komplex der Fremdheit und des Anderen in der Vielfalt seiner Ausprägungen, wie etwa im Bereich der Ethnizität, der Identitätsbildung, der Geschlechterkonstruktion oder der Migrationsproblematik.

Inhaltsverzeichnis:

Fremdheit - ein theoretischer Überblick – S. Broders / S. Gruß / S. Waldow: „Phänomene der Fremdheit - Fremdheit als Phänomen: Einleitung“ – K. Lösch: „Das Fremde und seine Beschreibung“ - Fremdheit, Nation und Migration – H. Paul: „Das Unheimliche und die Präsenz: Fremdheit in der amerikanischen Gegenwartsliteratur und -kultur“ – N. Böhm: „Fremdheit und Entfremdung im zeitgenössischen schottischen Roman“ – M. May: „‚Der Krieg wird nicht mehr erklärt, sondern fortgesetzt‘: Fremdheit, Migration und Gewalt in Terézia Moras Alle Tage (2004)“ – Begegnungen mit/in der Fremde – S. Broders: „‚Tourists don’t know where they’ve been, travellers don’t know where they’re going‘: Der Reisende als Fremder in der englischen Gegenwartsliteratur“ – C. Ott / A. Keilhauer:„Tausendundeine Nacht - les Mille et Une Nuits: Geschichte(n) einer kulturellen Wanderung/Verwandlung“ – E. Zemanek: „Verfremdete Heimat: Lyrische Landschaften vor dem Hintergrund medialer und ökologischer Transformationen“ – Kulinarische Fremdheit: Fremdes essen – T. Rudthke: „Fremdheitsdiskurse im Spiegel des Kulinarischen: Monique Truongs Das Buch vom Salz (2004)“ – S. Waldow: „Das Fremde einverleiben: Christoph Peters Mitsukos Restaurant“ – Fremde Körper – S. Gruß: „‚But there was something very appealing about that Fe- Male‘: Transgender von Jackie Kays Trumpet zum neoviktorianischen Bildungsroman – K. Kramer: „Normalität zwischen Fremdheit und Normalisierung: Politische Zoologie in Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone (2001)“