Angaben aus der Verlagsmeldung

Der Naumburger Stifter-Zyklus. : Elf Stifter und der Erschlagene im Westchor des Naumburger Doms. / von Gerhard Straehle


Seit über hundert Jahren bemüht sich die Forschung um eine Deutung der rätselhaften Stifterfiguren im Naumburger Westchor. Als 1892 der Kunsthistoriker August Schmarsow die erste grundlegende Abhandlung zum Naumburger Stifterchor vorlegte, berief sich seine Deutung auf zwei Figuren: Dietmar und Timo, die er als Gegner in einem gerichtlichen Zweikampf sah. Die Szene im Chorhaupt des Naumburger Doms deutete er entsprechend als ‘Gottesgericht’. Daneben trug Schmarsow noch eine andere Deutung vor: Die zwölf Figuren im Naumburger Westchor seien dargestellt als Gründer und Wohltäter der Naumburger Kirche und als Vorbilder frommer Gesinnung, deren Seelenmesse im Westchor begangen werde.

Gerhard Straehle, Verfasser einer jüngst erschienenen Dissertation zum ‘Naumburger Meister’, stellt die wichtigsten Interpretationen zum Naumburger Stifterzyklus vor und zeigt anhand von Urkunden aus der Entstehungszeit des Westchors, wer die Auftraggeber des Zyklus waren und welche Absichten sie mit der Darstellung von elf Stiftern und einem ‘Erschlagenen’ (Dietmar) im Chor ihrer Bischofskirche verfolgten.