Angaben aus der Verlagsmeldung

Parrhesia : Foucault und der Mut zur Wahrheit


In seinen letzten Vorlesungen am Collège de France entwickelt Foucault ein Verständnis der »parrhesia« als Tugend im etymologischen Wortsinn: als Akt der freimütigen Rede, der Mut erfordert, weil er durch seine rückhaltlose Offenheit riskiert, die Zuneigung des Freundes zu verspielen oder den Zorn des Tyrannen auf sich zu ziehen. Was mit »Der Wille zum Wissen« als Geschichte der Sexualität begann, erweitert sich in den letzten Vorlesungen zu einer weit ausgreifenden Geschichte der Subjektivierungspraktiken, die Akte des Wahrsprechens nicht mehr vorwiegend als Produkte kirchlicher, gerichtlicher oder psychologischer Geständnispraktiken begreift, sondern sie als genuine Manifestationen von Freiheit sichtbar macht. Der Band bietet eine kritische Auseinandersetzung mit dem von Foucault eröffneten Untersuchungsfeld, das die Frage der »parrhesia« in ihren philosophischen, philologischen und politischen Dimensionen erschließt. Dabei wird die Frage nach Foucaults spezifischem Verständnis von Subjektivität und Freiheit ebenso behandelt wie seine Verhältnisbestimmung zwischen »parrhesia« und Rhetorik und seine Ethik der ungeschützten Rede.Mit Beiträgen von Friedrich Balke, Andreas Hetzel, Markus Gabriel, Petra Gehring, Andreas Gelhard, Joséphine Jacquier, Jens Kertscher, Melanie Möller, Jürgen Paul Schwindt, Bernd Stiegler, Martin Stöckinger und Frieder Vogelmann.