Angaben aus der Verlagsmeldung

Urteilen / von Florian Klinger


Zum ersten Mal ist heute alles eine Frage des Urteils – bis auf die Notwendigkeit des Urteilens selbst. Zugleich aber ist noch völlig unklar, was das heißt: urteilen. Während wir unsere Welt unbegrenzt durch Unterscheidung hervorbringen, ist der Akt der Unterscheidung als solcher das, was selbst nicht durch weitere Unterscheidung erfasst oder hervorgebracht werden kann.Über den philosophischen Grabenkämpfen um Identität und Differenz, Einheit und Vielheit ist eines weitgehend ungedacht geblieben: das Jeweilige, eine Kategorie, die hier emphatisch für unsere Zeit reklamiert und entwickelt wird. Dabei liegt die Herausforderung darin, das thetische Moment der Setzung und das vergleichende Moment der Anmessung im Urteilsakt zu vereinen. Unableitbar von bestehenden Maßstäben, schafft das das Urteil selbst den Maßstab, auf den es sich zu seiner Begründung beruft.