Angaben aus der Verlagsmeldung

Herrschaft verorten : Politische Kartographie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit


Im Zentrum des Bandes steht der politische Gebrauch von Karten in Mittelalter und früher Neuzeit. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven beleuchten die Autorinnen und Autoren die Bedeutung von Kartographie bei der Zurschaustellung und Fixierung von Herrschaft im christlichen Abendland und im islamischen Raum. In der Auseinandersetzung mit Kartenbildern und Situationen ihrer Inszenierung wird nach dem Umgang mit Raumdarstellungen in einer Zeit gefragt, in der sich Herrschaft räumlich verfestigte.

Ausgehend von einem neueren Interesse an den Bedingungen kultureller Sinnstiftung thematisieren die Beiträge insbesondere den Entstehungskontext von Karten, die Formen, in denen diese Herrschaftswissen und -ansprüche vermitteln, ihre Austauschbeziehungen mit anderen Arten der Darstellung und Beschreibung, ihre Bildkonzeptionen wie auch die politischen Implikationen ihrer Zeichengefüge.
Die Überlegungen zu immanenten, situations- und handlungsbezogenen Kategorien politischer Wirkung von Karten veranschaulichen nicht nur vielschichtige Relationen zwischen Herrschaft und Kartographie, sondern lassen auch die Übergänge zwischen den mittelalterlichen und den stärker auf Abbildungsgenauigkeit zielenden frühneuzeitlichen Karten erkennen.