Angaben aus der Verlagsmeldung

Angelo Soliman : Ein Afrikaner in Wien / von Philipp Blom


Wirklich berühmt wurde Angelo Soliman (1721-1796) erst nach seinem Tod: als ausgestopfter "Wilder", der in der kaiserlichen Naturaliensammlung ausgestellt
war. Dabei ist seine Lebensgeschichte an
sich faszinierend - es handelt sich um das geglückte Leben eines Migranten, der im Wien
des 18. Jahrhunderts Karriere machte.
Soliman war der erste nichteuropäische Zuwanderer in Wien, über dessen Leben genug
überliefert ist, um ihn als Person zu erschließen.
Um 1721 in der Sahelzone geboren, kam er als
Sklave nach Sizilien und als Soldat in den
Dienst von Fürst Lobkowitz und schließlich
nach Wien, wo er beim Fürsten Liechtenstein
bis zum Lehrer der Fürstenkinder aufstieg. Er
war hochgebildet und als Freimaurer auch
Logenbruder von Mozart. Nach orientalischem
Geschmack gekleidet, ging er auch bei Hofe ein und aus und war Gesprächspartner von Joseph II.
In diesem Buch machen sich renommierte Historiker und Wissenschaftler auf die Suche
nach Angelo Soliman als Person und als Mensch im kulturellen Kontext seiner Zeit, und behandeln dabei Themen von Sklavenhandel
über die aristokratische Mode der Kaffeemohren, die moralische Wende Aufklärung bis zu kulturellen und rassistischen Stereotypen.