Angaben aus der Verlagsmeldung

Verhandeln : Kölner Kunsthandlungen im Prozess der Verständigung über "die verfemte Moderne" und "die Kunst der Gegenwart" nach 1945 / von Daniela Wilmes


Das Ausstellungsprogramm der Kölner Kunsthandlungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit lässt erkennen, dass der Kunsthandel als eine Art „Schaltstelle“ funktionierte, an der „verfemte Moderne“ und „Kunst der Gegenwart“ ganz konkret aufeinander trafen. Um dieses Aufeinandertreffen adäquat historisch einordnen und analysieren zu können, rekonstruiert Daniela Wilmes die Rolle des Kunsthandels im kulturellen Leben der Nachkriegszeit.
Dabei werden Aspekte der Zeitgeschichte, der Besatzungspolitik sowie der städtischen und überregionalen Kulturpolitik ebenso berücksichtigt wie die ökonomischen Bedingungen sowie das Geschehen auf dem Kunstmarkt und im Kulturbetrieb der Besatzungszonen und ab 1949 dann der jungen Bundesrepublik Deutschland.

Die vorgelegte Studie modifiziert das landläufige Bild von den Vorgängen im Kunstbetrieb nach 1945: Es gab keine Phase der einmütigen „Wiedergutmachung“ oder „Rehabilitation“ der im NS verfemten Moderne, auf die dann ab 1948/49/50 oder sogar erst 1955 eine Phase der Definition einer „Gegenwartskunst“ folgte, sondern bereits unmittelbar nach 1945 setzte das Ringen um die Kunst der Gegenwart ein, und zwar auf der Basis verschiedener Konzepte/Vorstellungen von der „Moderne“ des 20. Jahrhunderts.