Angaben aus der Verlagsmeldung

Neue Heimat Down Under : Die Migration jüdischer Displaced Persons nach Australien / von Jim G Tobias


In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde Deutschland zum vorübergehenden Zufluchtsort für rund 200.000 Überlebende der Shoa. Bleiben wollten die Menschen im »Land der Täter« jedoch nicht: Die Mehrheit sehnte sich nach einem eigenen Land. Doch der Staat Israel wurde erst im Mai 1948 gegründet. Manche träumten aber auch von einer Zukunft in den USA, Kanada oder Australien. Diese Länder öffneten ihre Tore lange Zeit jedoch nur einen Spalt breit und ließen nur wenige Zuwanderer einreisen. Von Juli 1947 bis Juni 1950 gestatteten die australischen Behörden die Immigration von nur knapp 5.000 Jewish DPs, obwohl der australische Einwanderungsminister Arthur Calwell im Sommer 1945 versprochen hatte, »alles Menschenmögliche zu tun, um die Aufnahme von diesen bedauernswerten Überlebenden aus Dachau, Belsen, Buchenwald und Auschwitz zu beschleunigen«. Trotz mancher Vorbehalte erlaubte die australische Regierung bis Mitte der 1950er Jahre über 17.000 Shoa-Überlebenden die Einreise nach Down Under.
Der Autor sprach mit ehemaligen DPs, die seit über einem halben Jahrhundert in Sydney und Melbourne eine neue Heimat gefunden haben, und recherchierte in australischen sowie US-amerikanischen Archiven. Diese Zeitzeugenberichte sowie umfangreiches Aktenmaterial, Artikel aus der jüdischen Presse und unveröffentlichte Fotos ermöglichen es, die hierzulande unbekannte Geschichte der Einwanderung von jüdischen DPs nach Australien nachzuerzählen.