Angaben aus der Verlagsmeldung

Zur Korrosion von Stahlschalungen in Fertigteilwerken / von T. Mayer


Konstruktive Betonfertigteile finden aufgrund wirtschaftlicher Vorteile und der hohen Oberflächenqualität vermehrt Anwendung für Sichtbetonoberflächen. Allerdings stellt die Korrosion der Stahlschalungen im Fertigteilwerk eine wesentliche Einschränkung für diese Einsatzmöglichkeit dar. Die während der vergleichsweise kurzen Aushärtzeiten an der Schaltischoberfläche entstandenen Korrosionsprodukte bilden sich auch an den Fertigteiloberflächen ab und können nur unter großem Aufwand von Beton und Stahl entfernt werden. Die Rahmenbedingungen bei der Schalungskorrosion unterscheiden sich z. T. erheblich von dem bekannteren Phänomen der Bewehrungskorrosion. Die ungünstige chemische Zusammensetzung der Porenlösung innerhalb der ersten Stunden der Hydratation, die von der hohen Anfangslöslichkeit von Chlorid und einem vergleichsweise niedrigen pH-Wert gekennzeichnet ist, und die unvollständige Passivierung der Schaltischoberfläche führen dazu, dass bereits die geringen Chloridgehalte der Betonausgangsstoffe korrosionsauslösend wirken können. Der Einsatz chromatreduzierter Zemente begünstigt die Korrosion zusätzlich, da der Chromatgehalt in der Porenlösung in frühen Hydratationsstadien eine inhibierende Wirkung aufweist. Durch die Verwendung von Trennmitteln ohne Korrosionsinhibitoren wird das Korrosionssystem i.d.R. nur geringfügig beeinflusst. Bei Zusatz von Korrosionsinhibitoren kann der kritische, korrosionsauslösende Chloridgehalt hingegen signifikant erhöht werden. Betontechnologisch ist eine wirksame Reduzierung der Korrosionsgefährdung vor allem durch eine Verringerung des Kontaktwasserangebots möglich.