Angaben aus der Verlagsmeldung

Entscheidungsfindung zwischen Interessenpolitik und ökonomischer Rationalität : Eine Fallstudie im mitbestimmten Aufsichtsrat / von Till Jansen


Interessiert sich die Wissenschaft für die Unternehmensmitbestimmung, so richtet sie ihren Blick zumeist entweder auf Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen oder auf die ökonomischen Folgen der Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat. Wie das Gremium als Teil der Organisation arbeitet, mit welchen Problemen es konfrontiert ist und welche Formen des Umgangs damit gefunden werden, bleibt dabei zumeist jedoch unbeachtet. Genau dieser Frage widmet sich jedoch die vorliegende Arbeit. In einer qualitativen Studie wird die Entscheidungsfindung in dem paritätisch mitbestimmten Aufsichtsrats eines MDAX-Konzern rekonstruiert und gesellschaftstheoretisch interpretiert. Es entsteht das Bild eines Gremiums zwischen der unternehmenspolitischen Wirklichkeit der Arbeitnehmervertretung und der ökonomischen Perspektive der Arbeitgeber. Betriebswirtschaftliche Rationalität und Arbeitnehmerinteresse erscheinen als Fiktionen, die das stets prekäre Spannungsfeld der Entscheidungsfindung eröffnen und gleichsam zu zerreißen drohen.