Angaben aus der Verlagsmeldung

Blinde Retter : Über Darfur, Geopolitik und den Krieg gegen den Terror Saviors and Survivors. Darfur, Politics and the War on Terror / von Mahmood Mamdani


Mahmood Mamdani erklärt, wie der Konflikt in Darfur 1987-89 begann: als Bürgerkrieg um fruchtbares Land zwischen nomadischen und sesshaften Stämmen im Südsudan, ausgelöst von einer schweren Dürre. Er weist nach, wie britische Kolonialbeamte Darfur künstlich in Stämme aufgeteilt hatten, indem sie die Bevölkerung in »Eingeborene« und »Siedler« einteilten und an erstere Land vergaben auf Kosten letzterer; wie sich der Krieg in den neunziger Jahren verschärfte, als die sudanesische Regierung eine erfolglose Landreform versuchte. Es kam zu einem gewaltsamen Aufstand und einer blutigen Aufstandsbekämpfung – aber nicht zum Genozid, wie der Westen stets behauptete.
Mamdani erklärt auch, wie der Kalte Krieg den zwanzig Jahre währenden Bürgerkrieg im benachbarten Tschad verschärfte, der auf den Sudan übergriff. 2003 waren nationale, regionale und globale Kräfte an diesem Krieg beteiligt, einschließlich einer mächtigen westlichen Lobby, die sich mit ihrer scheinbaren Kritik an der US-Regierung nur umso besser für den Krieg gegen den Terror instrumentalisieren ließ und eine militärische Invasion forderte, getarnt als »humanitäre Intervention«.