Angaben aus der Verlagsmeldung

Willensunfreiheit und Schuldvorwurf / von Rolf D Herzberg


Der Mensch entscheidet sich und handelt so, wie es ihm sein Charakter und das jeweils stärkste Motiv vorgeben. Er ist determiniert. Jeder Entschluss, jede Handlung ist Glied in einer Kausalkette der strengen Notwendigkeit. Quidquid fit necessario fit. Aber das Fehlen von Wahlfreiheit schließt die Verantwortlichkeit nicht aus. Lob und Tadel, Belohnung und Bestrafung sind auch auf der Grundlage des Determinismus berechtigt und geboten. Darum ist der Annahme zu widersprechen, das Strafrecht gehe i.S. einer "normativen Setzung" von der Willensfreiheit aus, weil sich ohne sie Schuldvorwurf und Strafe verböten. Die Schuld im Sinne des Strafrechts ist nicht dann zu verneinen, wenn der Täter unfrei war, die Tat zu vermeiden, sondern wenn die Voraussetzungen einer gesetzlichen Schuldverneinung erfüllt sind.