Angaben aus der Verlagsmeldung

Barbara und Katharina Grosse : Installationen und Arbeiten auf Papier / von Christiane Grathwohl-Scheffel, Isabel Herda, Jochen Ludwig, Monika Schmitz-Emans


Die Doppelausstellung in der neuen Aus-
stellungshalle der Freiburger Museen ist
die erste gemeinsame Präsentation von
Mutter und Tochter. Der begleitende Ka-
talog erzählt nicht nur eine besondere Art
von Familiengeschichte, sondern schlägt
auch einen Bogen zwischen den Medien
und den Generationen der Kunst.
Barbara Grosse (geb. 1938) beschäftigt
sich seit vielen Jahren mit zeichnerischen
und graphischen Ausdrucksformen,
die Spuren des Zufalls mit gezielten
bildnerischen Eingriffen verbinden. In der
Installation lösen sich ihre großformati-
gen Radierungen von der Wand, scheinen
mit fast unmerklicher Bewegung im
Raum zu schweben. Seit Anfang der
1990er Jahre arbeitet Katharina Grosse
(geb. 1961) an einer Bildform, die alle
festgelegten Grenzen und Hierarchien
außer Kraft setzt. Hinter dem Eindruck
einer monumentalen, mit der Sprüh-
pistole erzeugten Farbgestik, inmitten
einer geradezu spektakulär erfahrbaren
Raumwirkung erschließt sich eine zweite
Wahrnehmungsebene: ein gleichsam per-
formativer Vorstellungsraum, in dem das
Malen, das Denken und Handeln keine
Wirklichkeit mehr kennen, die wirklicher
ist als die Möglichkeit. In diesem offenen
System des ästhetischen Geschehens
zwischen Realität und Illusion laufen
Architektur, Skulptur und Tafelbild in
einem Objekt zusammen, verbinden sich
zu einer alle Kategorien und gültigen Set-
zungen überschreitenden bildnerischen
Erscheinung.